Wir wollen bauen und nun?
<!–19637418–>
Einer der Gründe, warum wir eigentlich eine Gebrauchtimmobilie kaufen wollten war, dass wir den Stress der Anbietersuche, Bauplanung usw. scheuten. Da sich diese Vorstellung zu zerschlagen schien, haben wir uns dann doch an die Anbietersuche gewagt.
Die einfachsten Wege dazu sind das Internet und eine Musterhausausstellung.
Musterhausausstellung
Massivhaus oder Fertighaus
Die nächste Musterhausausstellung war nicht weit und so sind wir einfach mal hingefahren. Da wir uns einen sonnigen Tag ausgesucht hatten, war das fast wie ein kleiner Familienausflug.
Im Grunde wollte ich von Anfang an ein Massivhaus haben. Das ist, glaube ich, eine rein gefühlsmäßige Entscheidung gewesen. Wenn man sich ausgiebig informiert, so kommt man am Ende zu dem Schluss, dass sowohl Massivhäuser, als auch das Fertighäuser durchaus ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.
Wir hatten jedoch diese Entscheidung bereits getroffen und uns daher gleich auf die Massivhaus Anbieter konzentriert.
Internet
Was sagt das Netz?
Das Internet liefert ja eine ganze Menge an wichtigen Informationen, auch wenn sie nicht immer leicht zu finden sind. Einen gewissen Eindruck über das Angebot an Neubauobjekten liefern alle klassischen Immobilienbörsen. Vor allem bei Immoscout gab es einige passende Angebote.
Für mich war es besonders hilfreich die Angebote mal mit den Preisen, die man in der Musterhausausstellung gesagt bekommt, zu vergleichen. Bei einigen besonders billigen Angeboten fragt man sich dann automatisch, was das dann für ein Haus sein soll.
Wir haben uns aus diesem Grund gleich von Anfang an nicht auf die billigsten, sondern auf unserer Ansicht nach sinnvoll preiswerte Angebote konzentriert. So sind wir bei Town and Country gelandet.
Anbieter finden
Warum Town and Country?
Ich glaube, dass die Entscheidung für die Baufirma zunächst einmal die schwierigste ist. Zumindest habe ich das so empfunden. Schließlich erzählt einem jeder etwas anderes und wenn man keine Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bekommt, steht man erstmal ziemlich hilflos da.
Wir haben uns daher mit einigen Baufirmen unterhalten. Im Grunde hatten wir zwei vernünftige Gesprächspartner. Der Verkaufsberater von der Firma Helma Haus hat bei uns einen guten Eindruck hinterlassen und wir hatten auch einen sehr guten ersten Eindruck von Town and Country Rosenheim.
Die Entscheidung ist dann aus mehreren Gründen auf Town and Country gefallen. Zum einen haben wir dann doch eine positive Empfehlung aus dem weiteren Bekanntenkreis bekommen. Gut gefallen hat mir auch, dass die Musterrechnung mit der Aufstellung anfallender Nebenkosten realistisch erschien. Letztlich hatten wir bei dem Inhaber der Baufirma ein gutes zwischenmenschliches Gefühl, ohne das es sicher auch nicht geht.
Insgesamt waren auch die Informationen, die wir im Netz gefunden haben (in erster Linie Bautagebücher) unterm Strich positiv. Da es sich bei Town and Country jedoch um ein Franchise System handelt, kann man nicht davon ausgehen, dass in allen Ecken der Republik mit der gleichen Qualität gebaut wird. Will man sich über seinen Anbieter informieren, muss man sich nach konkreten Bauprojekten in der Region erkundigen. Daher war auch die private Empfehlung für uns sehr wichtig.
Die Finanzierung
Ohne Geld geht gar nichts!
Bevor man irgendwelche Verträge unterschreibt, muss die Finanzierung stehen. Im Klartext bedeutet dies, das man eine schriftliche Finanzierungszusage der Bank seiner Wahl vor sich liegen hat. Worte allein helfen nicht weiter.
Hier macht ein Vergleich verschiedener Anbieter in jedem Fall Sinn und es ist sicher kein Fehler, sich einen Berater zu holen. Wo man dann genau die Prioritäten setzt, ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen muss. Verschiedene Finanzberater haben immer verschiedene Finanzierungsmodelle in der Tasche und rein rechnerisch sieht eins erstmal besser aus als das andere.
Wen das Thema genauer interessiert, der findet dazu mehr unter Finanzierung.
Erstmal das Haus planen
Gar nicht so einfach, zu wissen was man will!
Einer der Vorteile von Town and Country ist es, dass sie Häuser von der Stange bauen. Man kann sich also ein Typenhaus aussuchen und hat schon mal eine Preisvorstellung. Wie es sonst läuft weiß ich nicht.
Wir hatten jedenfalls bereits nach unserem ersten Gespräch, 3 Häuser mit Bild, Grundriss und Angebot vorliegen. Damit sind wir dann nach Hause gegangen und haben angefangen zu rechnen und zu malen.
Bevor man in konkrete Preisverhandlungen geht, sollte man sich im klaren sein, was man bauen will. Je konkreter der Plan ist, desto weniger Nachverhandlungen sind später notwendig.
Wir haben daher das Haus schon komplett auf dem Papier geplant und alle Grundrisse entworfen. Das ist gar nicht so einfach und hat mich doch einige schlaflose Nächte gekostet. Die Schwierigkeit ist es nicht nur die eigenen Wünsche einzuplanen, man muss auch auf jede Menge Rahmenbedingungen achten.
Schließlich sollte das Haus ja auch von Außen vernünftig aussehen und zwar von allen Seiten. Dazu müssen die Fenster in Flucht liegen, die Abstände zu den Außenwänden und natürlich auch zueinander passen. Die Räume müssen sinnvolle Größen haben und der Schornstein kann auch nicht mitten im Schlafzimmer rauskommen.
Nachdem ich die Lust verloren hatte, wieder und wieder einen Grundriss zu malen, habe ich das Geld für ein einfaches Computerprogramm ausgegeben. Das werde ich wohl danach nie wieder brauchen, aber ohne bekommt man nichts Vernünftiges zustanden.
Wie gesagt, je genauer man hier plant, desto weniger Disskussionsbedarf gibt es nach dem Vertragsabschluss. Man sollte bedenken, dass man nach Vertragsabschluss quasi von der Baufirma abhängig ist. Will man dann noch etwas ändern, ist man in einer schlechten Verhandlungsposition. Natürlich sollte eine seriöse Baufirma auch nach Vertragsabschluss Änderungen kulant einpreisen, aber man kann nicht davon ausgehen.
Wir haben uns vor Vertragsabschluss noch mehrfach mit dem Bauunternehmer unterhalten, um abzuklären, ob unsere Vorstellungen machbar sind.
Mit dem fertigen Grundriss kann man dann in die Vertragsverhandlung gehen und einen Preis aushandeln. Der Bauvertrag umfasst eine Leistungsbeschreibung, in der alle zu erbringenden Leistungen aufgelistet sind. Hier steht ganz klar drin, wie viele Steckdosen man bekommt. Diesen Vertrag sollte man in jedem Fall mit einem unabhängigen Fachmann durchsprechen. Nur auf diese Weise kann man klar abschätzen, was auf einen zukommt. Ist man mit einzelnen Punkten nicht einverstanden, hat man jetzt noch Spielraum zum Nachverhandeln.
Darüberhinaus gilt es weitere Aspekte des Vorhabens zu bedenken:
Wie sehen die Zahlungsmodalitäten aus:
Normalerweise sollten im Vertrag die Zahlungsmodalitäten konkret aufgelistet sein. Die einzelnen Zahlungen sind dann zumeist an bestimmte Bauphasen gekoppelt. Nachdem wir den Bauantrag bekommen hatten, mussten wir bereits 10% der Bausumme (also Preis des Hauses) zahlen.
Die Zahlungsmodalitäten sollte man in jedem Fall mit seiner Bank absprechen. Nur auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass man am Ende in der Lage ist die Zahlungen auch fristgerecht zu leisten.
Welche Leistungen muss man als Auftraggeber erbringen:
Oft sieht man z.B. Angebote “ab Oberkante Bodenplatte”. Dies bedeutet, dass man als Auftraggeber für seine Bodenplatte selbst verantwortlich ist. Wenn man es mit einem ungünstigen Untergrund zu tun hat, kann das schon signifikante Kosten verursachen.
Was ist mit Abtransport des Kelleraushubs? Was ist mit den Erdarbeiten für die Anschlüsse usw. Alles konnten wir leider auch nicht klären, aber wo bliebe der Spaß, wenn alles schon feststehen würde.
